Social Media – Kommunikation auf neuen Wegen 2


 

Immer wieder fällt mir auf, welche beeindruckende Möglichkeiten der Kommunikation durch die sozialen und mobilen Medien bestehen. Vor einigen Jahren noch nicht denkbare Kommunikations-Szenarien sind durch die heutigen Technologien möglich. Heute stelle ich 4 Beispiele besonderer Kommunikation via Social Media vor. Von Weltweit bis Familienweit.

 

 

Beispiel 1: Botschaften aus dem All

Seit Ende Mai lebt der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der ISS und twittert als @Astro_Alex über seinen All-tag. Über 53 Tausend Follower sind auf diese Weise mit ihm vernetzt und können reagieren, wenn mal eben ein Selfie aus dem All getwittert wird.

 

 

Es macht mir große Freude, seinen Tweets zu folgen. Ich erfahre, was er zu tun hat, schaue lustige Videos in der Schwerelosigkeit und bekomme beeindruckende Bilder unseres Planeten zu sehen.  

 

 

 

 

 

 

Auf seine Tweets können die Follower und Fans reagieren und sind damit in gewisser Weise direkt mit dem Team der ISS in Verbindung. Sogar an aktuellen Hashtags nimmt der Astronaut teil und informiert seine Follower, ob er die Zeit hat, das WM-Spiel zu schauen.

 

 

Er ist ganz weit weg und trotzdem mit dabei … Wenn man mal darüber nachdenkt, ist das eine sehr beeindruckende und besondere Art der Kommunikation, die in dieser Weise ohne Social Media (natürlich neben all den anderen beeindruckenden technischen Voraussetzungen einer Raumstation 😉 ) nicht möglich wäre.

 

 

Beispiel 2: Gebärdensprachliche Unterhaltung via Skype

Vor zwei Wochen war ich beruflich in Berlin. In der S-Bahn sah ich einen Jugendlichen, der sein Smartphone in der einen Hand hatte und mit der anderen Hand stark gestikulierte. Nach kurzer Beobachtung wurde mir klar, dass der junge Mann gebärdensprachlich skypte. Bisher hatte ich das noch nie gesehen bzw. mir darüber keine Gedanken gemacht. Durch diese Beobachtung wurde mir bewusst, dass dies eine weitere tolle Möglichkeit durch die sozialen und mobilen Medien ist. Was muss diese Möglichkeit der erweiterten Kommunikationsform für taubstumme Menschen bedeuten?

Ich freute mich so darüber, dass ich das Erlebte über Social Media Kanäle mit medienpädagogischen Fachkollegen teilte. Wir freuten uns kollektiv und fachsimpelten darüber, welche Möglichkeiten der Barrierefreiheit die sozialen Medien bieten und inwiefern das noch nicht genug gesehen bzw. beachtet wird. Schön, sich in der Berliner S-Bahn mit medienpädagogischen Fachkollegen über dieses Thema auszutauschen.
Übrigens auch nur möglich durch die sozialen Medien.

 

 

Beispiel 3: Der Zusammenhalt des Medienpädagogen-Schwarms

Vergangenen Herbst besuchte ich eine medienpädagogische Fachtagung. Es gab eine Reihe von kleinen Workshops und Vorträgen aber auch Talkrunden und Veranstaltungen vor großem Publikum. Ein Bekannter bereitete sich gerade auf einen solchen Vortrag vor großem Publikum vor, als ihm plötzlich auffiel, dass der Akku seines Laptops leer und das Ladekabel zu Hause war.

Bei medienpädagogischen Tagungen ist es üblich, dass parallel zu den Veranstaltungen getwittert wird. Somit können nicht anwesende Interessierte trotzdem teilhaben und vor allem kann ein fachlicher Austausch aller Anwesenden und nicht Anwesenden erfolgen. Einige Referenten projizieren diese Tweets sogar parallel zu ihrem Vortrag an die Wand.

An besagter Tagung las ich plötzlich einen Tweet meines Bekannten, in dem er um ein Ladekabel für sein MacBook bat. Sofort reagierten drei Personen, die sich in dem großen Raum befanden und boten ihm ein passendes Ladekabel an. Schnell war via Twitter abgeklärt, wo die Übergabe stattfinden kann.

Glücklich und erleichtert teilte mein Bekannter über Twitter mit, dass er das passende Kabel bekommen hat. „Twitterer sind einfach toll!“ war sein Tweet, bevor er für seinen Vortrag auf die Bühne ging.

 

 

Beispiel 4: Hilferuf aus der Zisterne

Und auch im ganz kleinen Umfeld werden die sozialen Medien zu völlig neuen Kommunikations-Zwecken genutzt. Im Frühjahr reinigte mein Mann unsere Zisterne. Ich hatte in dieser Zeit im Keller zu tun. Smartphone dabei, kein Netz, aber WLAN.

Plötzlich kam eine Nachricht in unsere WhatsApp-Familiengruppe. „Ich sitze hier fest, keiner hört mich, kann mir mal jemand aus der Zisterne helfen?“ Die Leiter, die er außen an den Zisternenrand gestellt hatte, war umgefallen.

Mit Smartphones bewaffnet machten sich mein Neffe und ich auf den Weg. Das Spektakel mussten wir natürlich per Foto festhalten und in der Familien-WhatsApp-Gruppe teilen. Nachdem wir uns genug amüsiert hatten, befreiten wir meinen Mann natürlich aus seinem Gefängnis. Aus Gründen des Haussegens veröffentliche ich die Fotos hier nicht 😉

 

Die sozialen Medien machen Vieles möglich, was bisher nicht denkbar war. Mittlerweile ist diese Kommunikationsform so stark etabliert, dass sie für uns selbstverständlich geworden ist. Sie ist längst nicht mehr nur Sache der jungen Generation sondern durchdringt alle Generationen. Ich hoffe, meine Beispiele konnten zeigen, welch tolle Möglichkeiten die sozialen und mobilen Medien bieten und dass sie weit mehr sind als ein Marketinginstrument.


Ich freue mich über einen Kommentar!

2 Gedanken zu “Social Media – Kommunikation auf neuen Wegen

  • Grube, Karl-Heinz

    Ich bin immer wieder begeistert über die Möglichkeiten des Internets. Ich werde, ganz bewusst, auch weiterhin nur ein kleiner Anwender sein und bleiben, freue mich aber über die Anwender die die neuen Medien beherrschen und sinnvoll anwenden. Als älterer Herr hoffe ich dennoch, dass bei all den vielfältigen Möglichkeiten die ganz banalen Alltagswunder nicht zu kurz kommen!

    • Iris Brucker

      Die Medien sind ein Teil unserer Lebenswelt. Aber wie gesagt nur EIN Teil. Das Schöne ist, dass sich die Begeisterung für „mediale Wunder“ mit der Begeisterung für Alltagswunder nicht ausschließen. Ich denke, dass diese Haltung für den Großteil der Gesellschaft zutrifft. Auch für die jüngere Generation 😉