E-Portfolio im medienpädagogischen Einsatz


E-Portfolios

Vor einiger Zeit arbeite ich in einem Projekt zum beruflichen Wiedereistieg für Frauen nach einer langen Familienphase. Die Frauen reflektierten in der Projektphase ihre Kompetenzen und Ziele. Sie entschieden, ob sie wieder in ihrem alten Beruf tätig sein möchten oder sich neu orientieren werden. Außerdem bekamen sie EDV-Unterricht und absolvierten Praktika.

Meine Aufgabe war es, die Frauen angstfrei und mit Freude an das Arbeiten mit Computer und Internet heranzuführen. Außerdem betreute ich sie bei der Erstellung und Pflege von E-Portfolios zur Dokumentation ihrer Entwicklung während der Projektlaufzeit.

 

Erwachsene sind wählerisch bei Lerninhalten und Methoden

Zunächst traf ich auf Widerstände und Zweifel. „Warum soll ich ein E-Portfolio führen? Das macht doch unnütze Arbeit. Was habe ich denn davon? Ich habe schon genug zu tun mit Kindern, Haushalt und Projekt!“ Das war die durchgehende Einstellung. Gerade bei der (medien)pädagogischen Arbeit mit Erwachsenen trifft man oft auf solche Widerstände. Erwachsene sind sehr wählerisch, für welche Lerninhalte oder Methoden sie ihre Energie und Zeit aufbringen.

Um die Zweifel zu mildern und die Bereitschaft für das Nutzen der Portfolios zu steigern, habe ich zunächst die Bedenken angehört. Im zweiten Schritt wurde mit den Teilnehmerinnen erarbeitet, welchen Nutzen die Frauen von den E-Portfolios im Projekt  haben können. Die Ideen waren plötzlich sehr vielseitig:

  • Austausch von Dateien / Infos
  • Reflexion (z.B. wo stehe ich, wo will ich hin, was kann ich besonders gut…)
  • gegenseitiges Feedback
  • gegenseitige Unterstützung
  • über den Kurs hinaus in Verbindung bleiben
  • Selbstpräsentation für potentielle Arbeitgeber (Lebenslauf, Zertifikate)
  • Präsentation privater Inhalte für ausgewählte Leser
  • Erfahrungsaustausch während der Praktika…
  • Sammeln von Dokumenten
  • Monitoring der Entwicklungsschritte

 

 

Die Vorteile der E-Portfolios wurden erkannt

Nach den anfänglichen Zweifeln wurden die Vorteile erkannt. Wichtig war hierbei, dass die Teilnehmerinnen sich nach ihren anfänglichen Widerständen freiwillig für den Einsatz der Portfolios entscheiden haben. Durch das Zulassen von Zweifel und Diskussion, die geduldige Erklärung des Zwecks von E-Portfolios und die Übertragung auf die eigene Situation konnte letztendlich der Nutzen erkannt werden. Und der Nutzen ist groß: Schon während des Projektes schätzten die Frauen es sehr, ihre Entwicklung dokumentieren und nachvollziehen zu können. Auch ein halbes Jahr nach Beenden des Gesamtprojektes tauschen sich die Frauen noch über ihr Portfolio-Netzwerk aus. Sie geben sich gegenseitig Hilfestellungen, tauschen interessante Informationen und machen Termine aus. Eine Frau hat sogar ein Blog zu Bewerbungszwecken erstellt.

 

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