Didaktik – was ist das eigentlich?


Didaktik

Didaktik – was ist das eigentlich? Nach dem Blogbeitrag wissen Sie mehr darüber und haben einen Einblick in die Konstruktivistische Didaktik bekommen, die Hintergrund meiner Seminargestaltungen ist.

 

Definition

Das aus dem Griechischen stammende Wort Didaktik bedeutet sowohl „lehren, unterrichten“ als auch „lernen, belehrt werden“. Es existieren verschiedene Definitionen, abhängig von der Perspektive. Daher werden fünf Didaktik-Begriffe unterschieden:

  • Didaktik als Wissenschaft und Lehre vom Lehren und Lernen
  • Didaktik als Wissenschaft vom Unterricht bzw. Allgemeine Unterrichtslehre
  • Didaktik als Theorie der Bildungsinhalte, ihrer Struktur und Auswahl bzw. der Lehr- und Lernziele und der ihnen zuzuordnenden Lehr / Lerninhalte- und aufgaben
  • Didaktik als Theorie der Steuerung von Lernprozessen
  • Didaktik als Anwendung psychologischer Lehr- und Lerntheorien

 

Didaktische Theorien

Ebenso, wie es keine Einigung auf die eine und allein richtige Lerntheorie gibt, existiert auch nicht die didaktische Theorie, sondern eine Vielzahl von Theorien und Modellen.

Lange Zeit wurde die Didaktik und somit die Gestaltung von Unterricht eher vom Lehrer und den Lerninhalten und weniger vom Lerner aus betrachtet. Die Lerninhalte und die Art und Weise, wie die Lehrperson diese transportieren möchte standen im Vordergrund. Heute weiß man, dass auf diese Art keine nachhaltigen und positiven Lernerlebnisse- und Ergebnisse stattfinden können. Bereits Mitte der 70er Jahre vollzog sich in Fachkreisen ein Wandel des Didaktikverständnisses: weg von der Vermittlungsperspektive und hin zu Aneingnungsperspektive und Teilnehmerorientierung. Dieses Verständnis ist jedoch leider bis heute noch nicht bei allen Lehrern und Trainern angekommen. Viel zu oft gibt es noch Frontalbeschallung und für Teilnehmende nicht zufriedenstellende Lernerlebnisse.

 

Konstruktivistische Didaktik

In der Theorie der Konstruktivistischen Didaktik wird anerkannt, dass jeder Lerner die Lerninhalte auf seine ganz eigene Art und Weise interpretiert und verarbeitet. Daher ist es nicht möglich, Wissen 1 zu 1 vom Kopf der Lernperson in die Köpfe der Lerner zu transportieren. Instruktion und Input von Seiten der Lehrenden ziehen keine automatischen und vorhersehbaren Lernprozesse und Wirkungen nach sich.

Lernen ist nach diesem Ansatz sinnvoll, wenn es aktiv, selbstgesteuert, konstruktiv, situativ und als sozialer Prozess geschieht. Im Fokus stehen somit die Lernenden selbst und ihre Aktivität hat eine hohe Bedeutung. Lehrpersonen sollen ermöglichen, dass Lerner aus der reinen Beobachterrolle in eine aktive Rolle übergehen, ihr Lernen selbstbestimmt und reflektiert mitgestalten und somit selbständig in ihrem eigenen Lernprozess agieren können.

 

Didaktik und Emotionen

Zudem betont dieser Didaktikansatz die Wichtigkeit des Emotionalen für ein erfolgreiches Lernen. Sich im Lernprozess frei zu fühlen (im Sinne von nicht fremdbestimmt), in dem Lernthema einen Sinn zu sehen, eine positive Atmosphäre und damit verbundene positive Emotionen bezüglich des Lernens werden als lernfördernd erachtet. Lernfördernde Bedingungen, die spätestens mit der modernen Hirnforschung als bestätigt gelten. Ebenso spielt die Persönlichkeit der Lehrperson eine entscheidende Rolle. Wenn dieser authentisch die eigene innere Begeisterung für ein Thema vermittelt, so kann der „Funke“ auf die Lerner überspringen und ihrerseits Begeisterung entstehen. Und Begeisterung für ein Thema ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.

 

Konsequenz für die didaktische Planung

Die zentrale Konsequenz der konstruktivistischen Didaktik ist das veränderte Rollenverständnis. Statt als Fachvertreter oder Referierende fungieren Lehrpersonen vielmehr als Lernbegleiter oder Berater. Lernprozesse gelten nicht als vollständig vorausplanbar und durch Lehrpläne und Lehrstrategien steuerbar. Dementsprechend muss die Lehrperson ein großes Maß an Offenheit und Flexibilität mitbringen. Das Lernen anderer wird nicht bestimmt, sondern begleitet, unterstützt und stimuliert.

Um eine vielseitige und anregende Lernumgebung zu gestalten ist zudem eine fundierte und sichere Methodenkompetenz notwendig. Die gewählten Methoden sollten authentisch und überzeugt angewandt werden, damit der ´Funke der Begeisterung auf die Lerner überspringen kann. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Berücksichtigung der Beziehungsebene. Hierbei spielen die Emotionen eine entscheidende Rolle, da sie die Basis für eine wertschätzende Atmosphäre bilden und didaktisch berücksichtigt werden müssen. Die Lehrperson sollte daher seine eigenen Emotionen und seine Beziehung zu den verschiedenen Lernern reflektieren. Eine besondere Herausforderung ist im Beziehungskontext die optimale Balance zwischen Nähe und Distanz sowie zwischen Stimulation und Zurücknehmen.

 

Ein Guter Lehrer / Trainer zu sein erfordert weit mehr als das Fachwissen der Lerninhalte. Menschen in Lern- und Entwicklungsphasen zu begleiten ist eine große Herausforderung. Eine fundierte Ausbildung, vielseitige Erfahrung und die Bereitschaft zur stetigen eigenen Weiterentwicklung sind daher sehr wichtig.
Menschen in Lern- und Entwicklungsphasen zu begleiten -und dies in einem Fachgebiet für das man selbst begeistert ist- ist aber auch eine sehr schöne Herausforderung 🙂

 

___________________________________________________________________________________________________________________

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie die Konstruktivistische Didaktik in der Konzeption von Seminaren berücksichtigen? Dann nehmen Sie gerne >Kontakt mit mir auf.

Ich freue mich über einen Kommentar!