Elevator Pitch – 60 Sekunden um zu überzeugen 2


Elevator_Pitch

Stellen Sie sich vor, Sie sind alleine in einem Aufzug. Plötzlich kommt die Person rein, mit der Sie schon immer mal sprechen wollten. Die Person, der Sie etwas ganz Wichtiges sagen möchten, die unbedingt etwas über Sie wissen muss und die Sie weiterbringen kann. Das kann der oberste Chef sein, ein Produzent, oder gar der Mann oder die Frau Ihrer Träume. Der Aufzug wird genau 1 Minute fahren. So lange und nicht eine Sekunde länger haben Sie Zeit, um die wichtige Person von Ihnen zu überzeugen…

 

Der erste Eindruck zählt

Genau dieses fiktive Szenario ist die Basis für den sogenannten „Elevator Pitch“. Hierbei handelt es sich um eine Präsentationsmethode mit der das Wichtigste und Aussagekräftigste über sich und das was man kann bzw. anbietet knapp und präzise dargelegt wird. Der Zuhörer sollte neugierig gemacht werden sowie die Inhalte schnell erfassen und behalten können. Es gibt quasi nur diese eine gemeinsame Minute und das was gesagt wird muss 100% sitzen.

Würde eine solche Situation spontan auf einen zukommen, säßen die meisten wie ein Kaninchen vor der Schlange. Bevor die Chance realisiert würde, wäre die Minute vorbei. Daher lohnt es sich, auf solche Szenarien vorbereitet zu sein.

 

Der Elevator Pitch als Vorstellungsmethode

Gerade für Einzelunternehmer und Freiberufler ist es wichtig, die Leistungen und Angebote kurz, überzeugend und erinnerungswürdig darlegen zu können. Der potentielle Kunde oder Kooperationspartner entscheidet in den ersten Sekunden, ob das Angebot passt und der dahinter stehende Mensch sympathisch ist. Niemand hat Interesse daran, dabei mit langen Monologen „zugetextet“ zu werden.

In vielen Netzwerktreffen für Gründer und Unternehmer wird daher regelmäßig ein Elevator Pitch als Vorstellungsrunde durchgeführt. Selbst dann, wenn sich die Anwesenden schon gut kennen. Gerade in vertrauter Runde kann mit verschiedenen Formulierungen gespielt und somit die Selbstdarstellung weiterentwickelt und optimiert werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Wiederholung dieser Methode ist, dass man sich immer wieder Gedanken um die eigene Positionierung macht. Wer bin ich, was kann ich, was biete ich an, warum kann ich das, wer ist meine Zielgruppe, was ist der Nutzen meiner Zielgruppe?

 

Die Beherrschung des Elevator Pitchs ist nicht nur für Selbständige und Unternehmer nützlich. Die Methode ist beispielsweise auch anwendbar als Vorbereitung für Bewerbungsgespräche, um in einem Meeting zu überzeugen oder falls Sie tatsächlich mal mit dem obersten Chef im Aufzug stehen. Es lohnt sich, gut vorbereitet zu sein!

 

Wie sollte er nun gestaltet sein, der perfekte Elevator Pitch?

Der optimale Elevator Pitch sollte zwischen 30-60 Sekunden in Anspruch nehmen. Die obersten Regeln lauten: kurz, auf den Punkt gebracht und interessant. Sehen Sie es wie eine kurze Geschichte, einen Film, den Sie im Kopf des anderen abspielen lassen. Die Inhalte sollten greifbar sein, langfristig im Gedächtnis bleiben und das Gegenüber bestenfalls begeistern. Klassischerweise ist ein Elevator Pitch in drei Teile aufgeteilt:

  1. Vorstellung (Was biete ich für wen)
  2. Vertiefung (Welchen Nutzen hat ihr Gegenüber)
  3. Verbindlichkeit (Wie können wir verbleiben, Gespräch und Inhalte vertiefen)

 

Wie Sie die Infos letztendlich „verpacken“ hängt individuell von Ihnen, Ihrem Produkt und der Zielgruppe ab. Seriös sachlich, heiter beschwingt, Bestürzung auslösend, energisch mitreißend … viele Varianten sind möglich. Es macht einen Unterschied, ob Sie eine Lebensversicherung anbieten oder Unterhaltung für Kindergeburtstage. Um zu überzeugen ist es oberstes Gebot, dass sie authentisch bleiben. Es bringt nichts, eine Rolle zu spielen in der Sie sich nicht wohlfühlen. Das merkt das Gegenüber entweder sofort oder zumindest unbewusst.

 

Noch ein paar Tipps bevor Sie loslegen

Neben den Inhalten und der emotionalen und ansprechenden Dramaturgie spielen natürlich auch Stimme und Körpersprache eine Rolle. Auch dies sollte geübt werden. Testen Sie Ihre Wirkung bei Bekannten und lassen Sie sich Feedback geben. Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Gegenübers (verbal, Mimik, Gestik) und passen Sie Ihre Strategie dementsprechend an. Je öfter Sie das üben, desto sicherer werden Sie und bekommen ein Gespür für die jeweils passende Darstellungsweise.

Wichtig ist, schon beim Üben streng auf die 1 Minuten-Regelung zu achten. Denn dann stoppt der Aufzug und die Chance ist vorbei 😉
Probieren Sie es mal aus!

 

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